Isar 2 geht vom Netz: Söder will an Kernenergie festhalten

14. April 2023 , 06:25 Uhr

Es ist ein historisches Datum morgen:
Die letzten drei Atomkraftwerke in Deutschland gehen vom Netz, darunter auch Isar 2 in Ohu.
Der Atom-Ausstieg ist beschlossene Sache, trotzdem will sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder noch ein Hintertürchen offen lassen.
Bei einem Ortstermin mit Wirtschaftsminister Aiwanger und Wissenschaftsminister Blume sagte der Landeschef

Zugleich will Söder den Ausbau alternativer Energien wie Photovoltaik und Windenergie voranbringen. «Natürlich setzen wir auf erneuerbare Energien wie kaum ein Bundesland.» Außerdem strebt Söder eine verstärkte Forschung zur Kerntechnologie in Bayern an. Die neue Kernfusion dürfe nicht nur in den USA stattfinden, sagte er. Es werde geprüft, ob ein Forschungsreaktor für die Kernfusion in Bayern zu realisieren sei – «gerne auch mit anderen Bundesländern».

Söder sprach nach dem Besuch im AKW Isar 2 von einem «schmerzlichen Tag», weil sie sich von den Mitarbeitern in gewisser Weise verabschiedet hätten. Und das, weil die Anlage aus «reiner Willkür» und aus «reiner Ideologie» abgeschaltet werde. Wichtig wäre es, das Know-How der Mitarbeiter nicht zu verlieren. Denn mit guten Konzepten wären Kernkraftwerke reaktivierbar.

Deutliche Kritik am Abschalten der Kraftwerke übten auch Aiwanger und Blume. Die Energieversorgung müsse gesichert sein, sagte der Wirtschaftsminister, zumal etwa der Strombedarf in den kommenden Jahren noch größer werde. Am AKW Isar 2 seien noch Restbrennstäbe vorhanden, mit denen zumindest der nächste Winter noch mit Stromversorgung abgedeckt werden könnte. Wissenschaftsminister Blume bezeichnete den Verzicht auf Atomenergie in Deutschland als «Hochrisikostrategie». Es fehle ein Anschlusskonzept.

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